Darum brauchen wir Windkraft

Gute Argumente für die Windenergie

Windenergie an Land ist die günstigste verfügbare Energiequelle, wenn man externe Kosten in die Betrachtung mit einbezieht. Sie ist die treibende Kraft der Energiewende und produziert schon heute günstigeren Strom als fossile Kraftwerksneubauten. Mit einem Anteil von rund zwölf Prozent ist sie inzwischen eine wichtige Säule im deutschen Strom-Mix und die mit Abstand wichtigste Größe im Bereich der erneuerbaren Energien in Deutschland.

Windenergieanlagen an Land produzieren schon heute günstigeren Strom als neu gebaute fossile Kraftwerke. Bezieht man externe Kosten in die Betrachtung mit ein, ist Windenergie an Land die günstigste verfügbare Energiequelle. Konventionelle Brennstoffe sind endlich. Daher wird der Kostenvorteil von Windenergie in Zukunft noch deutlicher werden.

Windenergie bringt Stabilität, denn jede mit Windenergie erzeugte Megawattstunde ist eine Megawattstunde, die nicht mehr importiert werden muss. Allein im Jahr 2014 sparte der Einsatz von erneuerbaren Energien Rohstoffimporte im Wert von 9 Milliarden Euro ein.

Eine Windenergieanlage erzeugt während ihrer Laufzeit gut 40 bis 70 Mal so viel Energie, wie für ihre Herstellung, Nutzung und Entsorgung benötigt wird (Energetische Amortisation). Rechnet man die Wiederverwertung der Materialien in die Ökobilanz mit ein, erzeugt eine Anlage sogar bis zu 90 Mal mehr Energie.

Eine einzige moderne Windkraftanlage mit durchschnittlich 3 Megawatt Leistung erzeugt, je nach Standort, sauberen Strom für 2.000 bis 3.500 Haushalte. Abhängig vom Gelände benötigt eine solche Anlage einschließlich der Zufahrtswege zwischen 0,15 ha und 0,5 ha Fläche, was ungefähr einem halben Fußballfeld entspricht.

Eine durchschnittliche Windenergieanlage besteht zu 60–65 Prozent aus Beton, zu 30–35 Prozent aus Stahl, zu 2–3 Prozent aus Verbundwerkstoffen wie glasfaser- und kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff und zu jeweils weniger als ein Prozent aus Kupfer, Aluminium, Elektroteilen, PVC und Betriebsflüssigkeiten. Nach dem Abbau können ca. 80–90 Prozent aller Teile recycelt werden.

Ein Teil der Gewerbesteuereinnahmen fließen an die Gemeinde, in der die Anlage steht. Auch die Pachteinnahmen bleiben meist in den Regionen und stärken die Kaufkraft vor Ort. Für das Jahr 2012 ermittelte DIW econ für Deutschland einen Gesamtwertschöpfungseffekt durch Windenergie an Land von rund 14,5 Milliarden Euro.

Bei der Erzeugung von Strom aus fossilen und atomaren Energiequellen entstehen enorme gesellschaftliche Kosten, die im Preis nicht berücksichtigt sind. Hierzu zählen u.a. Kosten für die Endlagerung, Umweltauswirkungen und Gesundheitsschäden. Rechnet man diese externe Kosten ein, ist Windenergie vom Festland schon seit einiger Zeit die günstigste Stromquelle.

An guten Binnenlandstandorten lässt sich Windstrom zu weniger als 8 Cent / kWh erzeugen. Erneuerbare Energien sind zudem dezentral. Daher bietet ihr Ausbau große Chancen für ländliche Gebiete, für Kommunen, für Bürgerenergiegenossenschaften, die sich dabei wirtschaftlich engagieren können. Auf diese Weise wird Wertschöpfung nach Hessen geholt, die sonst anderswo entstünde.

Erneuerbare Energien haben in Deutschland im Jahr 2014 etwa 147,9 Mio. Tonnen des klimaschädlichen Treibhausgases CO2 eingespart. Davon entfallen allein 40 Mio. Tonnen auf die Windenergie.

Das Genehmigungsverfahren im Überblick

Hier finden Sie allgemeine Informationen zum Ablauf des Genehmigungsverfahrens und die aktuellen Genehmigungsunterlagen im Überblick

Für jedes Windenergieprojekt mit Anlagen von über 50 Meter ist ein Genehmigungsverfahren nach Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) erforderlich. Grundsätzlich besteht bei Parks mit weniger als 20 Anlagen unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit eines „Vereinfachten Verfahrens“. Wir haben uns allerdings dazu entschieden, die Genehmigung immer nach dem umfangreicheren „Förmlichen Verfahren“ einzuholen. Dadurch ist eine intensive Einbindung der Öffentlichkeit gewährleistet. Dies ist auch beim geplanten Windpark Amöneburg-Mardorf der Fall. Das Regierungspräsidium Gießen ist die zuständige Genehmigungsbehörde.

 

Das Genehmigungsverfahren läuft in folgenden Schritten ab:

  1. juwi reicht den Genehmigungsantrag bei der Genehmigungsbehörden ein. Zu den Unterlagen gehören zahlreiche Fachgutachten, Herstellerunterlagen und Lagepläne.

  2. Wenn die Behörde die Vollständigkeit der Unterlagen festgestellt hat, beginnt eine Frist von sieben Monaten, in der die Genehmigungsbehörde über den Antrag entscheiden muss.

  3. Die Behörde prüft, ob sämtliche immissionsrechtliche Vorschriften erfüllt sind. Hier geht es darum, dass von den Anlagen keine schädlichen Umwelteinwirkungen wie Lärm, Schatten, Eiswurf etc. ausgehen. Zudem prüft die Behörde, ob der Genehmigung nicht andere öffentlich-rechtliche Belange wie Naturschutz, Denkmalschutz oder Flugsicherheit entgegenstehen.

  4. Zur Beteiligung der Öffentlichkeit wird der Antrag parallel zur behördlichen Prüfung der Öffentlichkeit bekannt gemacht. In Amtsblättern, der Tageszeitung oder im Internet wird veröffentlicht, wo und wie lange die Unterlagen eingesehen werden können. 

  5. Die Antragsunterlagen werden einen Monat lang ausgelegt, zwei Wochen nach Ende der Auslage läuft die Einspruchsfrist aus.

  6. Die Genehmigungsbehörde entscheidet, ob ein öffentlicher Erörterungstermin stattfindet, in dem die Einwände erörtert werden.

  7. Die Behörde entscheidet auf Basis der eigenen rechtlichen Prüfung und der im Verfahren gesammelten Informationen die Genehmigungsfähigkeit.

  8. Kommt die Genehmigungsbehörde zu einem positiven Ergebnis wird die Genehmigung dem Antragssteller zugestellt. Die Öffentlichkeit kann die Genehmigung innerhalb einer Frist von zwei Wochen einsehen.

     

     

    Weitere Informationen zum Thema Genehmigungsverfahren finden Sie hier:

Hier dokumentieren wir für Sie den aktuellen Diskussionsstand des "Runden Tisches"

Offener, unabhängiger Dialog und Informationsaustausch, sowie die Kompromissfindung zwischen den Interessensgruppen sind die Ziele des runden Tisches, der auf Grundlage des Beschlusses der Amöneburger Stadtverordnetenversammlung vom 6. Februar 2017 ins Leben gerufen wurde.

Mitglieder des Runden Tisches sind Vertreter der Fraktionen der Amöneburger Stadtverordnetenversammlung, die Vorsitzenden der Ausschüsse, Herr Bürgermeister Plettenberg, Vertreter der Bürgerinitiative "es reicht!" sowie die Mardorfer Waldinteressengemeinschaft und der Projektentwickler juwi.

Moderiert wird der Runde Tisch im Auftrag des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung von der Hessen Agentur und deren Partner, der IFOK GmbH. Es fanden insgesamt vier Sitzungen statt, die letzte und abschließende am 26. Oktober 2017. Folgende Übereinkünfte konnten erzielt werden:

  • juwi entwickelt eine Projekthomepage mit allgemeinen Informationen zur Windenergie, projektspezifischen Informationen und digitalen Unterlagen zum Windpark Amöneburg-Mardorf.
  • juwi wird eine Windenergie-Anlage des Bestandsparks Amöneburg-Roßdorf schalltechnisch vermessen lassen, um die Einhaltung der geltenden Schallrichtwerte zu überprüfen und um diese im Bedarfsfall anpassen zu können.
  • juwi wählt für den geplanten Windpark Amöneburg-Mardorf das so genannte förmliche Genehmigungsverfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung.
  • Die Magistratsvorlage für die Stadtverordnetenversammlung am 13. November spricht sich für die Änderung des Bebauungsplans Erfurtshausen-Süd und damit gegen einen Kompromissvorschlag von juwi zur freiwilligen Reduzierung der Schallimmissionen durch die Windkraftanlagen aus:

    • juwi bot auf freiwilliger Basis an, die geltenden Schallrichtwerte an der Ortschaft Erfurtshausen zu unterschreiten. Aktuell gilt dort nachts ein Schallrichtwert von 40 db(A). juwi wird am südlichen Ortsrand (Straße "Am Stein" ) einen Wert von 37,5 db(A) und an der Kirche einen Wert von 35 db(A) einhalten. Durch den Kompromiss hätten sowohl die Mardorfer Waldinteressengemeinschaft wie auch juwi eine freiwillige Anlagenreduzierung am geplanten Standort in Kauf genommen.

Windpark Amöneburg

Hier finden Sie Wissenswertes rund um den geplanten Windpark Amöneburg

Die juwi-Gruppe plant einen Windpark auf der Mardorfer Kuppe südlich der Gemeinde Mardorf. Im Verlauf der Projektentwicklung hat sich die Anlagenanzahl aus unterschiedlichen Gründen von ursprünglich zehn, auf aktuell eine Windenergie-Anlage reduziert. Für die Planung weiterer Anlagen werden derzeit noch offene rechtliche Fragen geklärt. Hier finden Sie die wichtigsten Fakten zum Projekt:

    • Wir planen aktuell eine Anlage der modernsten Generation. Diese stammt vom Hersteller General Electric, Typ GE 5.3-158 aus. Sie hat eine Nabenhöhe von 161 Meter und einen Rotordurchmesser von 158 Meter.
    • Geplant sind die Anlagen im Bereich der Mardorfer Kuppe, die von den Ortschaften Mardorf (im Norden), Erfurtshausen (im Nordosten), Haarhausen (im Osten), Deckenbach und Höingen (im Süden) umgeben ist.
    • Die Anlage befindet sich innerhalb der geplanten Vorrangflächen des Teilregionalplans "Energie Mittelhessen" und liegt innerhalb eines großen zusammenhängenden Waldgebietes auf intensiv forstwirtschaftlich genutzten Flächen.
    • Der Abstand zur nächstgelegenen Wohnbebauung beträgt rund 1,4 Kilometer und damit deutlich über dem empfohlenen Mindestabstands.
    • Netzverknüpfungspunkt wird möglicherweise die 110 kV-Freileitung Borken-Gießen/Nord zwischen den Ortschaften Schröck und Roßdorf sein.
    • Unser Ziel ist es, sauberen und klimafreundlichen Strom zu erzeugen. Mit der Anlage können pro Jahr mehr als 15.000 Tonnen des klimaschädlichen Treibhausgases CO2-Ausstoß im Vergleich zu konventioneller Stromerzeugung vermieden werden.
    • Mehrjährige faunistischen Kartierungen im Untersuchungsgebiet: Die letzten Untersuchungen wurden im Jahr 2017 durchgeführt. Dabei konnten insgesamt drei planungsrelevante Tierarten im Untersuchungsgebiet nachgewiesen werden. Die Nachweise sind in Bezug auf die Lage der geplanten Standorte als unbedenklich einzustufen.

     

    So entsteht ein Windpark:

    Aktuelle Themen

    Volksbank Mittelhessen und juwi beteiligen Bürger in Amöneburg

    Unternehmen legen festverzinsliche Anlage in Höhe von einer Mio. Euro für Anwohner des neu geplanten... mehr

    Lage des geplanten Windparks

    Geplant ist die Anlage im Bereich der Mardorfer Kuppe (auf der Karte die hellblau dargestellen Fläche), die von den Ortschaften Mardorf (im Norden), Erfurtshausen (im Nordosten), Haarhausen (im Osten), Deckenbach und Höingen (im Süden) umgeben ist.

    Bereits errichtete Windenergieanlagen sind auf der Karte als Kreise in schwarz-weiß markiert.

    Basis aller Planung ist die Einhaltung der rechtlich vorgeschriebenen Schallrichtwerte, die Berücksichtigung des größtmöglichen Abstandes zur Wohnbebauung, der Schutz windkraftsensibler Tierarten sowie standortspezifischer Anforderungen und regionalplanerischer Vorgaben.

    Häufige Fragen rund um Windenergie

    Wie laut sind Windenergieanlagen?

    Für Windenergieanlagen gibt es klare baurechtliche Vorschriften, die Grenzwerte für die erlaubten Geräuschpegel festlegen und in der "Technischen Anleitung zum Schutz vor Lärm" (TA-Lärm DIN-ISO 9613-2) festgehalten sind. Die zulässige Geräuschbelastung durch Windenergieanlagen liegt zwischen 35 Dezibel in reinen Wohngebieten und 45 Dezibel in Mischgebieten. 35 Dezibel entsprechen in etwa einem menschlichen Flüstern. 45 Dezibel kann man mit üblichen Geräuschen in einer Wohnung vergleichen.

    Am Standort Amöneburg-Mardorf sind die Richtwerte für die allgemeine Wohngebiete einzuhalten: 40 Dezibel nachts, im Zeitraum zwischen 22 und 6 Uhr.

    Der Bau von Windenergieanlagen ist an die sehr strengen Anforderungen der TA-Lärm gebunden. In  Gutachten muss nachgewiesen werden, dass diese Anforderungen eingehalten werden. Die Schallgutachten sind unter anderem Grundlage dafür, ob ein Windpark genehmigt werden kann.

    Grundsätzlich sind moderne Windenergieanlagen leiser als ihre Vorgänger aus der Pionierzeit der Windenergie. Sie sind besser schallgedämmt und besitzen schalltechnisch optimierte Rotorblattformen. Schon in wenigen 100 Metern Entfernung ist das durch die Rotorblätter hervorgerufene gleichmäßige Rauschen kaum noch wahrnehmbar. Zudem überlagern Umgebungsgeräusche – Bäume und Büsche, Straßenlärm und andere Alltagsgeräusche – die Geräuschentwicklung von Windenergieanlagen erheblich.

    Durch fortwährende Forschung und Entwicklung arbeiten die Anlagenhersteller daran, die Schallemissionen, also die Lautstärke der Windräder weiter zu minimieren. Dies geschieht vor allem über die Verbesserung der aerodynamischen Eigenschaften der Rotorblätter, etwa durch so genannte serrations. Das sind kleine gezackte Profile an der Flügelhinterkante. Dieses System verringert die Luftverwirbelungen hinter dem Flügel und soll auch vom Hersteller der geplanten Anlagen in Amöneburg verwendet werden.

    Welchen Einfluss haben Windenergieanlagen auf den Lebensraum von Vögeln?

    Windenergieanlagen stellen eine weitaus geringere Gefahr für Vögel und Fledermäuse dar, als dies oft behauptet wird. Bei diversen Vogelarten wurden vereinzelt sogar verstärkte Brutaktivitäten in der Nähe von Windenergieanlagen festgestellt (P. Hauff (2009):Zur Geschichte des Seeadlers Haliaeetus albicilla in Deutschland, Linz/Austria). So stieg seit 1990 beispielsweise parallel zum Ausbau der Windenergie an Land die Seeadlerpopulation deutlich an, und das insbesondere innerhalb Niedersachsens, Schleswig-Holsteins und Brandenburgs – den Bundesländern mit den meisten Windenergieanlagen.

    Bei der Wahl von Standorten für Windenergieanlagen werden bedeutende Schutz- und Rastgebiete von Vögeln berücksichtigt. Das garantieren mehrmonatige naturschutzrechtliche Untersuchungen. Diese beeinhalten zum Beispiel auch die Analyse der Raumnutzung sowie die Flugbewegungen der am Standort vorkommenden windkraftsensiblen Arten. Im Genehmigungsverfahren für Windparks müssen diese Fachgutachten eingereicht und von den zuständigen Naturschutzbehörden intensiv geprüft werden.

    Grundsätzlich wird bei jeder Standortplanung geprüft, ob windkraftrelevante Tierlarten, wie Zug- und Brutvögel, Fledermäuse, Wildkatzen und Haselmäuse, vorkommen. Dabei wird sowohl Bezug genommen auf vorhandene Verbreitungs- und Artvorkommensdaten der Fachbehörden als auch auf die leitfadenkonforme Kartierungen und Gutachten.

    Kommt das Gutachten zu dem Schluss, dass erhebliche Beeinträchtigung z. B. für brütende oder ziehende Vögel besteht, werden die Windenergieanlagen nicht genehmigt oder sie müssen, wenn dies möglich ist zum Beispiel zeitweise abgeschaltet werden. Die Praxis zeigt, dass die Kollisionsgefahr sehr gering ist. Die Rotoren der heute gebauten Anlagen drehen sich zudem weit langsamer und meist über den üblichen Flughöhen von Brutvögeln. Zugvogelarten halten meist mehr Abstand zu den Windrädern, werden jedoch nicht vertrieben.

    Was ist der sogenannte Schattenwurf?

    Abhängig von Wetterbedingungen, Windrichtung, Sonnenstand und Betrieb kann eine Windenergieanlage mit ihren rotierenden Flügeln einen bewegten Schatten werfen. Bei den Berechnungen des Schattenwurfs wird unterschieden zwischen der theoretisch maximal möglichen Einwirkzeit – wobei stets Sonnenschein, eine bestimmte Windrichtung und ein drehender Rotor vorausgesetzt werden – und der realen Einwirkzeit unter örtlich tatsächlichen Wetterbedingungen.

    Die Schattenwurfdauer darf nach gesetzlichen Vorgaben 30 Minuten täglich und 30 Stunden im  Jahr nicht überschreiten. Im Genehmigungsverfahren ist durch Gutachten nachzuweisen, dass keine unzulässigen Schattenbelästigungen auftreten. Überschreitungen werden mit einem speziellen Sensor und durch eine Abschaltautomatik vermieden.

    Beeinträchtigen die Anlagen den Tourismus vor Ort?

    Kritiker befürchten, dass Windenergieanlagen durch den Eingriff in das Landschaftsbild zu abnehmenden Besucher- und Einwohnerzahlen führen oder sogar den Tourismus negativ beeinträchtigen würden. 

    Umfragen zeigen jedoch, dass Windenergieanlagen auch ein positives Image haben und zu einem sinnvollen Tourismus beitragen können. Sie stehen für Innovation, Zukunftsorientierung, Nachhaltigkeit und ökologischen Fortschritt. Inzwischen werden sogar Windparks aktiv in Tourismuskonzepte eingebunden (neue energie (09/2014): Das Ziel heisst: Erneuerbar. Tourismus und Windkraft sind kein Gegensatz, J.-R. Zimmermann, Berlin 2014, S. 29 ). Ob Windenergieanlagen positiv oder negativ gesehen werden, hängt vor allem von den zu Grunde liegenden Wertvorstellungen der jeweiligen Touristen ab.  Befürworter von Windenergieanlagen nennen als Argumente den Umweltschutz, die Einstellung gegen Atomkraft und den Wunsch nach „sauberem“ Strom. Andere wiederum verweisen vor allem auf die Optik, die Kosten und den Naturschutz.

    Weitere Informationen: Studie aus Schleswig-Holstein zum Einfluss der Windenergie auf den Tourismus

    Wie lange dauert es, bis eine Windenergieanlage den Strom produziert hat, der für ihre Produktion benötigt wurde?

    Schon nach drei bis sieben Monaten hat eine Windenergieanlage den Strom produziert, der für ihre Herstellung benötigt wurde. Während ihrer Laufzeit von 20 Jahren erzeugt sie gut 40 bis 70 Mal so viel Energie, wie für ihre Herstellung, Nutzung und Entsorgung eingesetzt wird. Rechnet man die Wiederverwertung der Materialien in die Ökobilanz mit ein, erzeugt eine Anlage sogar bis zu 90 Mal mehr Energie. Keine andere Anlage zur Stromerzeugung hat sich bereits nach so kurzer Zeit energetisch amortisiert.

    Weitere Information zum Thema finden Sie hier.

    Wer entscheidet, welche Flächen für Windenergieanlagen ausgewiesen werden?

    Die generellen Ziele werden von der Landesregierung in einem Landesentwicklungsplan festgelegt. Dieser ist die Basis für die Regionalplanung, in der in Hessen in der Regel auf  Ebene eines Regierungsbezirks die regionalen Planungsverbände (hier: Mittelhessen) Vorranggebiete für die Windenergie ausweisen. Häufig werden auch Ausschlussgebiete definiert, in denen Windenergieanlagen nicht errichtet werden dürfen. Die Regionalplanung wird in regelmäßigen Abständen erneuert, die Gemeinden und die Bürginnen und Bürger werden in die Regionalplanung einbezogen.

    Erzeugen Windenergie-Anlagen Infraschall?

    Tieffrequente Geräusche und Infraschall (Körperschall) sind bei Windenergieanlagen messtechnisch nachweisbar, aber für den Menschen nicht hörbar. Die Frequenzen bei Infraschall liegen unterhalb der durch das menschliche Ohr wahrnehmbaren Frequenzen von 16 Hz. Der menschliche Hörbereich liegt zwischen 16 Hz – 20.000 Hz. Frequenzen darüber werden als Ultraschall bezeichnet.

    Infraschall ist in unserem Alltag gegenwärtig: Natürliche Quellen sind Gewitter, Wasserfälle und Meeresbrandung u.a. Technische Quellen in unserem Alltag sind Straßenverkehr, im Pkw selbst, Flugzeuge, Kühlschränke, Klimaanlagen, Industriearbeitsplätze etc.

    Durch die gesetzlichen Abstände zwischen Windrädern und Wohnbebauung bleibt der von den Anlagen erzeugte Infraschall deutlich unter der Hör- und Wahrnehmungsschwelle des Menschen. Mehrere Studien, unter anderem Langzeitstudien der Landesämter für Gesundheit Bayern und Baden-Württemberg belegen, dass keine gesundheitlichen Belastungen zu erwarten sind.

    Weit höheren Infraschallwerten setzen wir uns  tagtäglich vollkommen freiwillig aus: Die Messwerte im Innenraum eines mit 130 km/h fahrenden Mittelklasse Pkw übersteigen die einer Windenergie-Anlage um ein Vielfaches. Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit sind auch nach derzeitigem internationalen Kenntnisstand daher nicht plausibel.

    Weitere Informationen: 

    Studie des Landesgesundheitsamts Bayern

    Studie des Landesgesundheitsamts Baden-Württemberg

    Faktenpapier des Landes Hessen

    Welche Fläche wird für eine Windenergie-Anlage benötigt?

    Insgesamt in etwa ein Hektar Platz für den Bau einer modernen Windenergieanlage benötigt. Nur ein Teil dieser Fläche wird für die Betriebsdauer offen gehalten. Mehr als die Hälfte der Fläche wird nach Inbetriebnahme wieder bepflanzt, der Rest an überbauter Fläche wird an anderer Stelle durch Naturschutzmaßnahmen, z.B. Aufforstungen, mehr als ausgeglichen.

    Lassen Windenergieanlagen die Immobilienpreise sinken?

    Windenergieanlagen haben nachweislich keine negativen Preiseffekte auf Immobilien. In strukturschwachen Regionen schaffen sie sogar Werte.

    Bei der Errichtung von Windenergieanlagen werden gesetzliche Immissionswerte und Mindestabstände berücksichtigt, wodurch eine Minderung der Wohn- und Wertqualität der Umgebung verhindert wird. Der Wert einer Immobilie hängt vielmehr von einer ganzen Reihe von Faktoren ab, grundlegend von Angebot und Nachfrage. Das bestätigt auch ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts, in dem darauf verwiesen wird, dass die konkrete Stärke einer Emissionsquelle nur einer unter vielen Faktoren ist, welcher die Belastung eines Schutzobjekts  bestimmt.
    Nach Einschätzung der EBZ Business School in Bochum ist ein negativer Einfluss von Windenergieanlagen auf die Entwicklung von Immobilienpreisen nicht belegbar. Betrachtet man den Zuzug von Arbeitskräften in den ländlichen Raum sowie die regionale Wertschöpfung durch den Ausbau der Windenergie, so kann vielmehr unterstellt werden, dass diese insbesondere in strukturschwachen Regionen eher positiv auf die Entwicklung der Immobilienpreise wirkt.

    Weitere Informationen:

    Urteil des Bundesverwaltungsgerichts

    Studie der EBZ Business School

    Gibt es Maßnahmen für einen ökologischen Ausgleich?

    Grundsätzlich gilt: Nicht überall wo Windräder technisch realisierbar wären, werden sie auch gebaut. Denn der Eingriff in den Forst und in die Natur muss stets mit Augenmaß und so gering wie möglich ausfallen. Daher werden bereits in der Frühphase eines Windenergie-Projektes vorgeschädigte Bereiche eines Wirtschaftswaldes, Windwurf- und Sukzessionsflächen sowie ökologisch weniger wertvolle Bereiche gemeinsam mit den Forstbetrieben identifiziert und in der Standortplanung berücksichtigt. Zudem wird geprüft, inwiefern bestehende Infrastruktur – Waldwege, Rückegassen, etc. – in den Windpark integriert werden kann. Die Planungsgrundsätze lauten daher: Vermeiden, Reduzieren, Kompensieren.

    Generell ist der Flächenverbrauch einer modernen Windenergie-Anlage gering. In Abhängigkeit vom Anlagentyp und der Standortbeschaffenheit beträgt dieser bei einer typischen Drei-Megawatt-Anlage, wie sie derzeit geplant und gebaut wird, zwischen 0,5 und einem Hektar, wobei nur ein Teil dieser Fläche für den Betriebszeitraum von 20 Jahren tatsächlich baumfrei gehalten wird. Temporär genutzte Bereiche, wie zum Beispiel Lagerflächen, werden nach Abschluss der Bauphase wieder aufgeforstet und die Freifläche um das Fundament und die Kranstellfläche können mit Schotterrasen begrünt werden.

    Schon bei der Planung eines Windparks werden Maßnahmen vorgesehen, um den Eingriff in die Natur bei der Errichtung der Windenergie-Anlagen gering zu halten. So werden beispielsweise ökologisch weniger wertvolle Fichtenwälder bevorzugt, um den Bestand an wertvollen alten Laubbäumen (Eiche, Buche, etc.) zu schützen.

    Je nach Standort  werden mit der Naturschutzbehörde Maßnahmen abgestimmt, um dem Arten- und Naturschutz Rechnung zu tragen. So werden etwa für den Bau des Windparks genutze Waldflächen nach Abschluss der Bauphase wieder in Waldwiesen und abgestufte Waldränder umgewandelt oder unter ökologischen Gesichtspunkten aufgeforstet. Eine weitere Ausgleichsmaßnahme ist die Sicherung von Altholz als Fledermaushbitat und die damit verbundene Schaffung neuer Lebensräume für Wildtier.

    Weitere Informationen:

    Hintergrundpapier des BWE zu Naturschutz und Ausgleichsmaßnahmen

    Haben Sie allgemeine Fragen an uns? Schreiben Sie uns:  Frage stellen


    Windenergie in Hessen

    In Hessen sind derzeit rund 998 Windenergieanlagen in Betrieb (Stand: 31. Dezember 2016). Die durchschnittlich installierte Leistung von Neuanlagen beträgt 2,8 Megawatt. 2014 leistete die Windenergie einen Anteil von über 10% an der Bruttostromerzeugung in Hessen und produzierte1.429 GWh sauberen Strom.

    Viel Strom, geringe Förderung

    Um den Ausbau Erneuerbarer Energien zu fördern, wird den Anlagenbetreibern ein fester Preis für die Einspeisung ihres Stroms garantiert. Windenergieanlagen an Land erzeugen rund 43 % des deutschen Ökostroms, benötigen dafür aber nur 20,5 % der gesamten Förderung aus der EEG­-Umlage. Hessen lieferte im Jahr 2014 rund 3 % des deutschen Windstroms.

    Ausbauziele konsequent verfolgen

    Dank der steigenden Ausbaudynamik profitiert Hessen in zunehmendem Maße vom Wertschöpfungseffekt der Windenergie an Land. Bis 2050 will das Land seinen Stromverbrauch komplett aus Erneuerbarer Energie decken. Davon soll Windenergie mit 28 Terrawattstunden jährlich mehr als die Hälfte beitragen. In der Zeit von 2014 bis 2019 will die Schwarz¬-Grüne Landesregierung die in Hessen installierte Windkraftleistung verdreifachen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssten im Schnitt 400 Megawatt jährlich hinzukommen.
    Die aktuelle Entwicklung zeigt jedoch, dass der Windenergieausbau trotz politischen Willens vor allem aufgrund naturschutzrechtlicher Konflikte noch nicht in diesem Tempo vorankommt.

    Weitere Informationen:

    Über die juwi-Gruppe