Phase 2: Installation & Netzanschluss

Liegt die Genehmigung nach BImSchG und der Zuschlag im Bieterverfahren vor, beginnt die Realisierung der Anlage: Wege werden ausgebaut, Kabel verlegt, das Fundament gegossen, die Anlagenelemente angeliefert, Turm, Gondel und Rotorblätter montiert.

Vorbereitung der Flächen

Zu Beginn der Realisierungsphase müssen die Flächen vorbereitet werden, auf denen die Windenergieanlagen später errichtet werden sollen. Auf Ackerflächen heißt das vor allem: Der Boden muss ausgehoben werden. Die Erde wird entweder zwischengelagert und anschließend wieder genutzt oder fachgerecht entsorgt.  In Waldgebieten arbeiten wir stets eingriffsminimierend. Wo möglich, planen wir auf vorgeschädigten Bereichen, auf Windwurf- oder forstwirtschaftlich intensiv genutzten Flächen.  Ein Teil der gerodeten Bereiche wird nach Fertigstellung vor Ort wieder zurück gebaut und aufgeforstet, für den übrigen Teil gibt es an anderer Stelle Kompensationsmaßnahmen.  Rodungsarbeiten dürfen mit Rücksicht auf die Fauna nur in einem Zeitfenster von Anfang Oktober bis Ende Februar erfolgen.

Streckenplanung und Baustellenlogistik

Auch die Wege müssen gegebenenfalls befestigt und auf circa vier Meter verbreitert werden. Hierüber findet dann die Anlieferung des Materials und der Komponenten statt. Das Fundament einer Windenergieanlage besteht aus circa 1.000 Kubikmetern Beton. Nachdem der Beton rund einen Monat ausgehärtet ist, kann mit dem Bau des Turms begonnen werden.

Dazu müssen sowohl die Turmteile als auch später Rotorblätter und Gondel zum Windpark transportiert werden. Damit dies reibungslos funktioniert, werden vorab eigens Streckenstudien für den gesamten Lieferweg erstellt. Für besonders knifflige Fälle gibt es spezielle Lösungen. So besteht seit einigen Jahren mit ferngesteuerten Selbstfahrern die Möglichkeit, auch Strecken mit besonders engen Kurvenradien zu meistern.

Zusammenbau der Komponenten

Der Aufbau der eigentlichen Anlage inklusive der Turmteile dauert in der Regel zwischen zwei und vier Monaten. Dazu werden Spezialkräne eingesetzt, die für einen sicheren Aufbau in Höhen von weit über 100 Metern sorgen. Für die Montagephase müssen Zeiten mit eher schwachem Wind genutzt werden. Wenn dann das letzte Rotorblatt montiert ist, ist der krönende Abschluss die Inbetriebnahme der Anlage.

Energie ins Netz

Der Anschluss des Windparks erfolgt über eine unterirdische Kabeltrasse bis zum nächstgelegenen Netzverknüpfungspunkt (dies kann ein Umspannwerk oder ein Strommast sein), in dem das Spannungsniveau auf das des Hochspannungsnetzes (i.d.R. 110 -220 kV) transformiert wird. Beim Verlegen der Kabeltrassen wird darauf geachtet, dass der Eingriff in die Natur und Landschaft so gering wie möglich ist  und dass die Flächen im Anschluss ohne Einschränkungen wieder nutzbar sind.