22.12.2017 / Windpark Etzean

juwi startet Windmessung in Beerfelden

Moderne Windmessanlage sammelt ein Jahr lang Daten über lokal vorherrschende Windverhältnisse / Daten ergänzen grobe Datenbasis bestehender Windkarten

 

Es geht voran mit den geplanten Windenergieanlagen im Bereich „Katzenwinkel“ nördlich der Stadt Beerfelden im hessischen Odenwaldkreis. Seit dieser Woche sammelt ein LiDAR-Messgerät für die Dauer eines Jahres zahlreiche Daten über die Windgeschwindigkeiten, Wetter- und Strömungsverhältnisse am Standort.

 

„Die Messung ergänzt die eher grobe Datenbasis bestehender Windkarten. Diese weisen für viele Standorte in Hessen zu große Unsicherheiten auf, da sie die lokal sehr unterschiedlichen Gegebenheiten nicht berücksichtigen“, erläutert juwi-Projektleiter Sebastian Weber.

Die Daten werden mit einem Light Detection and Ranging-Gerät, kurz LiDAR, gewonnen und per Mobilfunk an die juwi-Zentrale im rheinhessischen Wörrstadt gesendet. Dort werden sie überwacht und ausgewertet. Das Messinstrument misst die Windgeschwindigkeit auf Basis moderner Lasertechnologie in Höhen von bis zu 200 Metern. Die durch die Messung gewonnenen Daten entsprechen den Anforderungen der Technischen Richtlinie für Windenergie-Anlagen (TR6) und sind damit eine sehr wesentliche Grundlage für die Berechnung des zu erwartenden Stromertrags am Standort.

Die Stromversorgung der Messeinrichtung erfolgt autark über Solarpaneele und ein Akkusystem direkt an der Anlage. Das LiDAR-Gerät ist mit einem Kamerasystem ausgestattet, das einen Alarm auslöst, wenn sich Unbefugte im Bereich des Messgerätes aufhalten. Ein Hinweisschild weist auf die Kameraüberwachung hin.

„Wir messen mit sehr hohem Aufwand, um ein möglichst präzises Abbild der tatsächlichen Windverhältnisse am Standort zu erhalten“, erklärt Weber. „Die Langzeitmessung erhöht die Prognosesicherheit für den wirtschaftlich nachhaltigen Betrieb des geplanten Windparks“, so der juwi-Projektleiter.

Ergänzt werden soll die Messung im Frühjahr 2018 durch einen Windmessmast, der dann zusätzliche Daten liefern wird. juwi plant im Bereich „Katzenwinkel“ fünf Windräder der Vier-Megawatt-Klasse mit einer Nabenhöhe von 159 Metern und hat hierfür im Oktober einen entsprechenden Antrag beim zuständigen Regierungspräsidium in Darmstadt eingereicht. Kurz vor Weihnachten ergänzte juwi den Antrag um den UVP-Bericht sowie um Unterlagen zu Kabeltrasse und Zuwegung. Das Regierungspräsidium Darmstadt wird die Unterlagen nun auf ihre Vollständigkeit hin überprüfen und dann mit der Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung beginnen.


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