14.05.2019 / Windpark Hesborn

juwi zu Scoping-Termin im Kreishaus in Meschede

Am Dienstag, den 14. Mai 2019 trafen Vertreter beteiligter Fachbehörden und Gemeinden, Vertreter der BUND Kreisgruppe Hochsauerlandkreis, sowie Vertreter des Vereins für Natur- und Vogelschutz im Hochsauerlandkreis e.V., kurz VNV, mit der juwi-Projektleitung im Kreishaus in Meschede zu einem so genannten Scoping-Termin zusammen. Ein Scoping-Termin ist üblicher Bestandteil eines Genehmigungsverfahrens nach Bundes-Immissionsschutzgesetz. Bei dem Termin berät die Behörde den Antragsteller und gibt ihm sowie den Sachverständigen, den zu beteiligenden Behörden und den anerkannten Umweltvereinigungen die Möglichkeit zu einem fachlichen Austausch, der sich auf den Gegenstand, den Umfang und die Methoden der anstehenden Umweltverträglichkeitsprüfung sowie auf sonstige für die Durchführung der Umweltverträglichkeitsprüfung relevante Fragen erstreckt. Umweltverträglichkeitsprüfungen umfassen die Ermittlung, Beschreibung und Bewertung der Auswirkungen eines Vorhabens auf die Schutzgüter (§3 UVPG):

1. Menschen, insbesondere die menschliche Gesundheit,

2. Tiere, Pflanzen und die biologische Vielfalt,

3. Fläche, Boden, Wasser, Luft, Klima und Landschaft,

4. kulturelles Erbe und sonstige Sachgüter sowie

5. die Wechselwirkung zwischen den vorgenannten Schutzgütern. 

Eine Umweltverträglichkeitsprüfung ist in der Regel Bestandteil eines Genehmigungsantrags für den Bau und die Errichtung von Windenergieanlagen. Sie dient der wirksamen Umweltvorsorge nach Maßgabe der geltenden Gesetze und wird nach einheitlichen Grundsätzen sowie unter Beteiligung der Öffentlichkeit durchgeführt.

Im Außenbereich der Stadt Hallenberg zwischen den Ortschaften Liesen und Hesborn, sowie der Ortschaft Züschen auf Winterberger Stadtgebiet, plant juwi die Errichtung eines Windparks auf privaten, wirtschaftlich genutzten Forstflächen. Aktuell sieht die Planung den Bau und den späteren Betrieb von vier Windenergieanlagen der neuesten Generation vor. Diese haben eine Generatorleistung von rund 5 Megawatt und einen Rotordurchmesser von ca. 158 Metern. Der genaue Anlagentyp steht zum aktuellen Zeitpunkt nicht fest und wird in der späteren Detailplanung bestimmt. Der produzierte Strom soll am Franzosenkreuz in das dort bereits liegende 30 kV-Kabel eingespeist werden. 

Erste artenschutzrechtliche Untersuchungen wurden mit Beginn des Jahres 2017 und gemäß den gültigen Leitfäden und Vorgaben durchgeführt. Sie werden durch weitere Fachgutachten - wie beispielsweise naturschutzfachliche Untersuchungen oder Schall-/Schattenbewertungen - ergänzt. Ende dieses Jahres sollen die Antragsunterlagen dann bei der zuständigen Genehmigungsbehörde eingereicht werden. Hat die Behörde die Vollständigkeit der Unterlagen bescheinigt, folgt das so genannte förmliche Genehmigungsverfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung. Das heißt, alle Antragsunterlagen werden für die Dauer von vier Wochen öffentlich einsehbar sein. Bürgerinnen und Bürger haben dann die Möglichkeit eventuelle Einwände schriftlich vorzubringen. Nach Ende der Vier-Wochen-Frist werden diese, sofern sie ausreichend begründet sind, in einem öffentlichen Erörterungstermin diskutiert. Die Termine zur Offenlage, wie auch zur Erörterung, werden von der Genehmigungsbehörde festgesetzt. 

Das Projekt ist ein privilegiertes Bauvorhaben gemäß Baugesetzbuch, da keine planerische Steuerung der Windenergie durch die Stadt Hallenberg über einen ausgewiesenen Flächennutzungsplan erfolgte. Der Bau des Windparks ist für die zweite Jahreshälfte 2021 angesetzt. 


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