Darum brauchen wir Windkraft

Gute Argumente für die Windenergie

Windenergie an Land ist die günstigste verfügbare Energiequelle, wenn man externe Kosten in die Betrachtung mit einbezieht. Sie ist die treibende Kraft der Energiewende und produziert schon heute günstigeren Strom als fossile Kraftwerksneubauten. Mit einem Anteil von rund 24 Prozent ist sie inzwischen die wichtigstee Säule im deutschen Strom-Mix und die mit Abstand wichtigste Größe im Bereich der erneuerbaren Energien in Deutschland. 2019 hat die Windenergie die Braunkohle als wichtigsten Energieträger überholt.

Windenergieanlagen an Land produzieren schon heute günstigeren Strom als neu gebaute fossile Kraftwerke. Bezieht man externe Kosten in die Betrachtung mit ein, ist Windenergie an Land die günstigste verfügbare Energiequelle. Konventionelle Brennstoffe sind endlich. Daher wird der Kostenvorteil von Windenergie in Zukunft noch deutlicher werden.

Windenergie bringt Stabilität, denn jede mit Windenergie erzeugte Megawattstunde ist eine Megawattstunde, die nicht mehr importiert werden muss. Allein im Jahr 2014 sparte der Einsatz von erneuerbaren Energien Rohstoffimporte im Wert von 9 Milliarden Euro ein.

Eine Windenergieanlage erzeugt während ihrer Laufzeit gut 40 bis 70 Mal so viel Energie, wie für ihre Herstellung, Nutzung und Entsorgung benötigt wird (Energetische Amortisation). Rechnet man die Wiederverwertung der Materialien in die Ökobilanz mit ein, erzeugt eine Anlage sogar bis zu 90 Mal mehr Energie.

Eine einzige moderne Windkraftanlage mit durchschnittlich 3 Megawatt Leistung erzeugt, je nach Standort, sauberen Strom für 2.000 bis 3.500 Haushalte. Abhängig vom Gelände benötigt eine solche Anlage einschließlich der Zufahrtswege zwischen 0,15 ha und 0,5 ha Fläche, was ungefähr einem halben Fußballfeld entspricht.

Eine durchschnittliche Windenergieanlage besteht zu 60–65 Prozent aus Beton, zu 30–35 Prozent aus Stahl, zu 2–3 Prozent aus Verbundwerkstoffen wie glasfaser- und kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff und zu jeweils weniger als ein Prozent aus Kupfer, Aluminium, Elektroteilen, PVC und Betriebsflüssigkeiten. Nach dem Abbau können ca. 80–90 Prozent aller Teile recycelt werden.

Die Gewerbesteuereinnahmen fließen in die Gemeinde, in der die Anlage steht. Auch die Pachteinnahmen bleiben meist in den Regionen und stärken die Kaufkraft vor Ort. Für das Jahr 2012 ermittelte DIW econ für Deutschland einen Gesamtwertschöpfungseffekt durch Windenergie an Land von rund 14,5 Milliarden Euro.

Bei der Erzeugung von Strom aus fossilen und atomaren Energiequellen entstehen enorme gesellschaftliche Kosten, die im Preis nicht berücksichtigt sind. Hierzu zählen u.a. Kosten für die Endlagerung, Umweltauswirkungen und Gesundheitsschäden. Rechnet man diese externe Kosten ein, ist Windenergie vom Festland schon seit einiger Zeit die günstigste Stromquelle.

An guten Binnenlandstandorten lässt sich Windstrom zu weniger als 8 Cent / kWh erzeugen. Erneuerbare Energien sind zudem dezentral. Daher bietet ihr Ausbau große Chancen für ländliche Gebiete, für Kommunen, für Bürgerenergiegenossenschaften, die sich dabei wirtschaftlich engagieren können. Auf diese Weise wird Wertschöpfung nach Hessen geholt, die sonst anderswo entstünde.

Erneuerbare Energien haben in Deutschland im Jahr 2014 etwa 147,9 Mio. Tonnen des klimaschädlichen Treibhausgases CO2 eingespart. Davon entfallen allein 40 Mio. Tonnen auf die Windenergie.

Das Genehmigungsverfahren im Überblick

Hier finden Sie allgemeine Informationen zum Ablauf des Genehmigungsverfahrens

Für jedes Windenergieprojekt mit Anlagen von über 50 Meter ist ein Genehmigungsverfahren nach Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) erforderlich. Bei Windparks mit weniger als 20 Anlagen besteht unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit, ein „Vereinfachten Verfahrens“ durchzuführen. Im Falle des Projektstandortes "Junge Donau" werden wir den Genehmigungsprozess jedoch in jedem Fall nach dem umfangreicheren „Förmlichen Verfahren“ durchlaufen. Dadurch ist eine intensive Einbindung der Öffentlichkeit gewährleistet. 

Das Genehmigungsverfahren läuft in folgenden Schritten ab:

  • juwi reicht den Genehmigungsantrag bei der Genehmigungsbehörde ein. Zu den Unterlagen gehören zahlreiche Fachgutachten, Herstellerunterlagen und Lagepläne. Die Unterlagen wurden im Herbst 2019 beim zuständigen Landratsamt eingereicht.
  • Wenn die Behörde die Vollständigkeit der Unterlagen festgestellt hat, beginnt eine Frist von sieben Monaten, in der die Genehmigungsbehörde über den Antrag entscheiden muss.
  • Die Behörde prüft, ob sämtliche immissionsrechtliche Vorschriften erfüllt sind. Hier geht es darum, dass von den Anlagen keine schädlichen Umwelteinwirkungen wie Lärm, Schatten, Eiswurf etc. ausgehen. Zudem prüft die Behörde, ob der Genehmigung nicht andere öffentlich-rechtliche Belange wie Naturschutz, Denkmalschutz oder Flugsicherheit entgegenstehen.
  • Zur Beteiligung der Öffentlichkeit wird der Antrag parallel zur behördlichen Prüfung der Öffentlichkeit bekannt gemacht. In Amtsblättern, der Tageszeitung oder im Internet wird veröffentlicht, wo und wie lange die Unterlagen eingesehen werden können.
  • Die Antragsunterlagen werden einen Monat lang ausgelegt, einen Monat nach Ende der Auslage läuft die Einspruchsfrist aus.
  • Die Genehmigungsbehörde entscheidet, ob ein öffentlicher Erörterungstermin stattfindet, in dem die Einwände erörtert werden.
  • Die Behörde entscheidet auf Basis der eigenen rechtlichen Prüfung und der im Verfahren gesammelten Informationen die Genehmigungsfähigkeit.
  • Kommt die Genehmigungsbehörde zu einem positiven Ergebnis wird die Genehmigung dem Antragssteller zugestellt. Die Öffentlichkeit kann die Genehmigung nach der öffentlichen Bekanntgabe einsehen.

Informationsveranstaltung für Einwohner

juwi plant für Ende August eine Informationsveranstaltung für interessierte Bürgerinnen und Bürger des Ortsteils Ettelried, auf der das Projekt vorgestellt werden soll. Aufgrund der aktuellen Pandemiesituation und den damit verbundenen Auflagen und Anforderungen an eine solche Veranstaltung bitten wir um Ihre Geduld und Ihr Verständnis. Wir arbeiten mit Hochdruck an einer Informationsveranstaltung, wollen Ihnen aber auch ein Höchstmaß an Sicherheit während der Veranstaltung gewährleisten. Bitte schauen Sie in der Zwischenzeit im Downloadbereich vorbei. Hier erhalten Sie aktuelle Informationsmaterialen zum Projekt.

Hier finden Sie Wissenswertes rund um den Windpark Ettelried.

Die juwi-Gruppe plant einen Windpark bei Dinkelscherben. In Kombination mit den bereits bestehenden erneuerbaren Energieerzeugungsformen in der Region (Solarenergie, Bioenergie, Wasserkraft) kann Dinkelscherben seinen Bürgern und Unternehmen damit über Jahrezehnte Versorgungssicherheit mit regenerativen Energien bieten.

Hier finden Sie die wichtigsten Informationen zum Projekt und zum aktuellen Planungsstand. Eine Präsentation zum Projekt finden Sie hierWeiter unten finden Sie einen Lageplan des geplanten Windparks, sowie Antworten zu häufigen Fragen zur Windenergie.

Das Projekt

  • Geplant sind zehn Anlagen des Herstellers Siemens Gamesa SG-170 mit einer Nabenhöhe von 165 Metern und einer Gesamthöhe bis zur Spitze des Rotorblatts von 250 Metern. Jede dieser Anlagen verfügt über eine Leistung von 6,2 Megawatt.
  • Laut der aktuellen Ertragsgutachten rechnen wir mit einer Stromproduktion von elf Millionen Kilowattstunden pro Jahr und Anlage. Der geplante Windpark soll damit insgesamt 110 Millionen Kilowattstunden Strom produzieren. Das entspricht dem Verbrauch von circa 27.500 Haushalten.
  • Das Projektgebiet ist im gültigen Regionalplan als Weißfläche ausgewiesen und damit für Windenergie grundsätzlich geeignet.

Wichtig für Anwohner

  • Sämtliche geplanten Windenergie-Anlagen halten einen Mindestabstand von mehr als 1,7 Kilometern zu den nächsten Siedlungen ein. Bundesweit gilt ein Abstand von 1.000 Metern als Richtgröße. Mittig im Windpark wird mit einem Abstand von 2,5 Kilometern sogar die bayrische 10H-Regelung eingehalten.
  • Die strengen Schallgrenzwerte werden für sämtliche umliegenden Gemeinden und auch für das geplante Baugebiet in Ettelried eingehalten. Hierzu liegt bereits ein externes Schallgutachen vor.
  • juwi verpflichtet sich bei dem Projekt zu einer Schattennullabschaltung. Das bedeutet, dass zu keinem Betriebszeitpunkt Anwohner auf ihren Grundstücken durch Schattenwurf der Anlagen belästigt werden.
  • Durch die inzwischen gesetzlich verankerte Regelung zur bedarfsgerechten Nachtkennzeichnung von Windenergie-Anlagen werden die Signallichter an den Anlagen nur noch ausgelöst, wenn sich ein Flugobjekt nähert. Ein nächtliches Blinken der Anlagen wird es also nicht geben.
  • Der Windpark ist so gelegen, dass während der Bauphase kein Anlieferungs- und Baustellenverkehr durch die umliegenden Ortschaften notwendig ist.

Finanzielle Beteiligung

  • juwi wird den Anwohnern über ein Bürgerbeteiligungsmodell die Möglichkeit geben, sich an den geplanten Windenenergie-Anlagen zu beteiligen und damit auch finanziell von der Ökostromproduktion im Landkreis Augsburg zu profitieren.
  • Wir verpflichten uns zudem dazu, den Sitz der Betreibergesellschaft in Dinkelscherben zu belassen, so dass die Gemeinde zu 100 Prozent von den Gewerbesteuereinnahmen profitiert.
  • juwi unterstütz zudem die aktuelle Diskussion zur finanziellen Beteiligung von Kommunen: Am 17. Juni beschlossen die Bundeskanzlerin und die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder ein Eckpunktepapier, in dem eine bessere finanzielle Beteiligung sowohl der Bürgerinnen und Bürger als auch der Kommunen an der Energiewende vorgeschlagen wird. Wenn sich die große Koalition darauf einigt, könnte dies noch im Jahr 2020 Gesetz werden. Danach wären pro Windenergie-Anlagen Einnahmen von 22.000 Euro und damit Gesamteinnahmen von 220.000 Euro für Dinkelscherben jährlich möglich.

Zeitplan

  • März 2020: Beginn artenschutzrechtlicher Untersuchungen
  • April 2020:  Beauftragung externes Schallgutachten
  • Juli 2020:  Vorstellung des Projektes in der öffentlichen Sitzung des Marktgemeinderates Dinkelscherben am 7. Juli.
  • Oktober 2020:  geplante Informationsveranstaltung für die Einwohner von Ettelried
  • März 2021:  Abschluss der artenschutzrechtlichen Untersuchungen
  • Mitte 2021:  Einreichung Antrag auf Genehmigung nach Bundesimmissionsschutzgesetz
  • Mitte 2023:  Erhalt der Immissionsschutzrechtlichen Genehmigung und Teilnahme an Ausschreibung der Bundesnetzagentur
  • Anfang 2024:  Inbetriebnahme der Windenergie-Anlagen

Wind im Wald

Viele Waldgebiete mit ihren windstarken Höhenlagen bieten mit der heutigen Windenergie-Anlagen-Technologie beste Bedingungen für Windparks. Der Wald in Deutschland leidet zunehmend unter den Folgen des Klimawandels. Aber er hat als Standort für Windenergie-Anlagen gleichzeitig großes Potenzial, diesem entgegenzuwirken.

Wie sehr Wirtschaftswälder unter Hitze, Dürre und dem Borkenkäfer leiden, verdeutlicht ein aktueller Fernsehbeitrag des ZDF. Forstbetriebe werden in den kommenden Jahren ihre Wälder sukzessive auf klimaresistentere Mischwälder umbauen müssen. Die Windenergie hilft ihnen dabei, den dringend notwendigen Umbau des Waldes  voranzutreiben, was nicht nur der Wirtschaftsfunktion des Waldes (Holzernte) zu Gute kommt, sondern auch seiner  Erholungs- und Regenerationsfunktion für die Menschen vor Ort.

juwi gehört zu den führenden Projektentwicklern zur Windenergie im Wald und kooperiert eng mit den Partnern vor Ort. Weitere Gründe, warum Windenergie im Wald sinnvoll ist und allgemeine Informationen zur Windenergie im Wald finden Sie unter anderem hier.

In Dinkelscherben plant juwi jede Anlage entlang des bestehenden Wegenetzes zu errichten, um damit Rodungsflächen so wie möglich zu halten. Die dauerhaft genutzte Fläche von circa 0,5 Hektar pro Windenergie-Anlage muss an anderer Stelle komplett wieder aufgeforstet werden. Dies ist eine Genehmigungsauflage.

Stellen Sie uns Ihre Fragen. Wir helfen Ihnen gerne weiter.

Alexander Bromberger
Projektleitung Windpark Ettelried

E-Mail

Lage des geplanten Windparks

Der geplante Windpark Ettelried umfasst zehn bauartgleiche Windenergieanlagen der neuesten Generation: Die SG-170 ist ein Binnenlandwindrad des Anlagenherstellers Siemens Games. Die Windenergieanlagen haben einen Rotordurchmesser von 170 Metern. Die Nabenhöhe der geplanten Anlagen liegt bei 165 Metern. Mit den 6,2 Megawatt Nennleistung je Anlage kann nach ihrer Inbetriebnahme jährlich klimafreundlichen Strom für rund 36.000 Haushalte produzieren (Stromverbrauch pro Haushalt und Jahr 3.100 kWh).

Der Standort liegt auf einem bewaldeten Höhenrücken. Der produzierte Strom wird über ein eigenes Umspannwerk und Erdkabel entlang des Wegnetzes in die 110 kv-Leitung in das Versorgungsnetz des Energieversorgungsunternehmens eingespeist.

Die überregionale Erschließung des Planungsgebietes erfolgt über die Autobahn A8 – Ausfahrt Jettigen-Scheppach. Im Anschluss können gut ausgebaute Staats- und Kreisstraßen genutzt werden. Es ist kein Anlieferungs- und Baustellenverkehr durch Ortschaften notwendig.

Innerhalb des Forstes werden im Wesentlichen bereits vorhanden Waldwege für die Erschließung des Windparks genutzt und nach standortspezifisch angepassten Herstellerspezifikationen ausgebaut. Die Anlagenstandorte sind soweit möglich entlang der Waldwege geplant, um den Eingriff in Natur und Landschaft auf ein Mindestmaß zu reduzieren.

Um den Eingriff so gering wie möglich zu halten wird für den Transport der Großkomponenten als Spezialfahrzeug ein sog. Selbstfahrer zum Einsatz kommen. In unmittelbarer Nähe zur Windparkeinfahrt ist eine Logistikfläche zur Umladung der Großkomponenten auf einen Selbstfahrer geplant. Dieser Umladeplatz wird für die Zeit der Errichtung und des Baus des Windparks angelegt. Mit dem Einsatz eines Selbstfahrers können Eingriffe durch Rodungen und größere Ausbaumaßnahmen von Kurven entlang der Zuwegung vermieden werden.

Häufige Fragen rund um Windenergie

Können erneuerbare Energien die Grundversorgung garantieren?

Ja, der Mix aus verschiedenen Energieträgern macht es möglich.

Die Erzeugung von Wind- und Solarstrom unterliegt witterungsbedingten Schwankungen. Für diese Herausforderung gibt es allerdings Lösungen: kombinieren, verteilen, speichern. Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, eine verlässliche Grundversorgung durch Windenergie zu gewährleisten: Zum Beispiel durch den bundesweiten Ausbau der Windenergie, die Kombination mit anderen erneuerbaren Energiequellen, der weitere Ausbau von Speichertechnologien oder die Kombination mit flexiblen Gaskraftwerken. Denn meist scheint entweder die Sonne oder der Wind weht, so dass an fast allen Tagen im Jahr ausreichend Energie geliefert werden kann. Aus Biomasse, Wasserkraft und Geothermie kann wetterunabhängig immer Strom gewonnen werden. So können naturbedingte Schwankungen bei der Einspeisung von Windenergie ausgeglichen werden. In keiner Weise gefährdet der Ausbau der Windkraft die Grundversorgung.

Quelle:
Agentur für Erneuerbare Energien (2015): Die neue Stromwelt - Szenario eines 100% erneuerbaren
Stromversorgungssystems.

 

Sind erneuerbare Energien teuer?

Wind- und Solarenergie-Anlagen produzieren bereits heute günstigeren Strom als neue
Kohle-, Gas-, oder Atomkraftwerke.

Strom aus Wind- und Solaranlagen sind bei Vollkostenbetrachtung die kostengünstigste Form der Stromgewinnung. Das haben die Ausschreibungsergebnisse der Bundesnetzagentur gezeigt. Demnach produzieren beide Technologien für rund sechs Cent die Kilowattstunde klimafreundlichen Strom. Weil zudem in den kommenden Jahren immer mehr Altanlagen aus der Förderung fallen, ist künftig auch nicht mit einem spürbaren Anstieg der so genannten EEG-Umlage zu rechnen.
Unabhängig von der Energiewende müssten in den kommenden Jahrzehnten rund 40 Prozent der deutschen Stromerzeugungskapazitäten ersetzt werden. Darunter sind neben den Atommeilern auch viele alte Kohlekraftwerke. Diese mit der gleichen Technologie ersetzten zu wollen, wäre sehr viel teurer und stände im Widerspruch zu den Klimaschutzzielen der Bundesrepublik.

Quellen:
Agentur für Erneuerbare Energien. Renews Spezial. Kosten und Preise für Strom (2014)

Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE). Stromgestehungskosten für Erneuerbare Energien 2018.

Forum Ökologisch Soziale Marktwirtschaft (FÖS). Was Strom wirklich kostet

Wer entscheidet, welche Flächen für Windenergieanlagen ausgewiesen werden?

Die generellen Ziele werden von der Landesregierung in einem Landesentwicklungsprogramm festgelegt. Dieses ist die Basis für die nachgelagerte Raumordnungsplanung, hier werden Vorrang- und Vorbehaltsgebiete für die Windenergie ausgewiesen. Auf Ebene der Gemeinden werden in Form von Flächennutzungsplänen (FNP) Sondergebiete für Windenergie ausgewiesen. Häufig werden auch Ausschlussgebiete definiert, in denen Windenergieanlagen nicht errichtet werden dürfen.

Welche Fläche wird für eine Windenergie-Anlage benötigt?

Insgesamt wird etwa eine Fläche von rund einem Hektar für den Bau einer modernen Windenergieanlage benötigt. Nur ein Teil dieser Fläche wird für die Betriebsdauer offen gehalten. Mehr als die Hälfte der Fläche wird nach Inbetriebnahme wieder bepflanzt, der Rest an überbauter Fläche wird an anderer Stelle durch Naturschutzmaßnahmen, z.B. Aufforstungen wieder ausgeglichen. Je nach Anlagentyp und topographischen Bedingungen kann die in Anspruch genommene Fläche auch größer ausfallen

Sind Windenergie-Anlagen sicher?

Windenergie-Anlagen gehören zu den sichersten Bauwerken.

Windkraft-Anlagen werden in Deutschland auf Basis der Richtlinie des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) typengeprüft und genehmigt. Diese Typenprüfung bildet die Basis für
Baugenehmigungen. Während der Aufstellung findet eine Bauüberwachung statt. Mit Inbetriebnahme werden alle Komponenten, die den Betrieb und die Sicherheit beeinflussen können, abgenommen. Alle zwei bis vier Jahre findet in der Betriebsphase die wiederkehrende Prüfung statt. Dabei wird der Anlagenzustand durch anerkannte Sachverständige im Hinblick auf Sicherheit und ordnungsgemäße Wartung untersucht. Turnusmäßig werden zudem Steuerelemente, Rotorblätter, Triebstrang und alle
weiteren sicherheitsrelevanten Verschleißteile geprüft. Auch die niedrigen Versicherungsprämien für Haftpflicht (rund 60 Euro im Jahr) und die Tatsache, dass
die Versicherung für Maschinenbruch- und Ertragsausfallversicherung in der Regel in die Service- bzw. Wartungsverträge einkalkuliert sind, weisen darauf hin, dass die Schadenquoten absolut gering sind. Etablierte Abstände zu Wohnbebauungen und Straßen gewährleisten größtmöglichen Schutz.

Quelle: Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung.
 

Wie hoch ist die Brandgefahr bei Windenergie-Anlagen?

Brände von Windenergie-Anlagen sind äußerst selten. Nach einer aktuellen
Veröffentlichung der Landesenergieagentur Hessen aus dem Jahr 2018 gab es in Deutschland an Land zwischen 2005 und 2015 insgesamt 62 Brandvorfälle (Vollbrände, Kleinbrände oder Schwelbrände). Bezogen auf den Gesamtanlagenbestand von über 17.500 Anlagen (2005), beziehungsweise mehr als 25.800 Anlagen (2015), liegt der Anteil von Brandereignissen an Windrädern pro Jahr in einem Bereich von lediglich 0,01 bis 0,04 Prozent. Die für die Konstruktion von Windenergie-Anlagen verwendeten Baustoffe bestehen größtenteils aus nicht brennbaren Materialien (Metalle und Stahlbeton). Jede einzelne Anlage wird rund um die Uhr von einer Leitwarte aus mittels aufgeschalteter Sensoren überwacht. Im Falle einer Störung wird die Anlage automatisch stillgesetzt und die zuständige Feuerwehr durch die Leitwarte verständigt. Die Einsatzkräfte
rücken dann zum Standort aus, sichern das Umfeld der Windenergie-Anlage und Verhindern das Übergreifen des Brandes auf die Umgebung.

Quelle: Bürgerforum Energieland Hessen. Faktencheck: Sicherheit von Windenergieanlagen. Kurzdokumentation.

Können Blitzeinschläge zu Schäden und Bränden an Windenergie-Anlagen führen?

Schäden an Windenergie-Anlagen durch Blitzschlag sind sehr selten, da Windenergie-Anlagen mit einem Blitz- und Überspannungsschutz ausgestattet sind.
Windenergie-Anlagen sind aufgrund ihrer Höhe, Komplexität und der exponierten Lage besonders gefährdet, vom Blitz getroffen zu werden. Vordringlichstes Ziel ist daher die Vermeidung von Blitzschäden. Das Blitzschutzsystem einer Windenergie-Anlage besteht aus dem äußerem Blitzschutzsystem und dem Überspannungsschutz. Der äußere Blitzschutz wird durch Fangeinrichtungen sowie Ableiter realisiert, die den Blitzstrom über definierte Wege in die Erde ableiten. Dieses System ist vergleichbar mit dem Blitzableiter an Wohnhäusern.

Kann sich Eis an den Flügeln der Windräder bilden?

Windräder sind mit einer automatischen Eiserkennung ausgestattet und gehen erst
wieder in Betrieb, wenn die Rotorblätter eisfrei sind.

Im Winter können am Anlagenstandort Bedingungen vorherrschen, welche zur Bildung einer Eisschicht
auf den Rotorblättern der Windenergie-Anlage führen. Um zu verhindern, dass diese abgelagerten
Eisschichten in Form von Bruchstücken weggeschleudert werden, wird jede Windenergie-Anlage mit
einem Überwachungssystem zur Eiserkennung ausgestattet. Dieses Überwachungssystem überprüft
ständig das Schwingungsverhalten der Blätter und erkennt mögliche Veränderungen durch anhaftende
Eisschichten. Die Anlage wird in Folge dessen automatisch stillgesetzt. Ein Wiederanfahren der Anlage
für den Produktionsbetrieb ist erst dann wieder möglich, wenn das System keine kritischen, am
Rotorblatt anhaftenden Eismassen mehr detektiert. Somit ist ein Eiswurf bei modernen Windenergie-
Anlagen nicht möglich. Man spricht hier von Eisabfall. Das Herabfallen von Eisstücken von einer
stehenden Windenergie-Anlage ist mit der Situation an Strommasten vergleichbar und beschränkt sich
auf das direkte Umfeld unter der Windenergieanlage.

Quelle: Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr.

Sind Windrad-Betreiber versichert?

Jeder Betreiber eines Windrades besitzt eine Betreiberhaftpflichtversicherung, eine
Maschinenbetriebsunterbrechungsversicherung und einen Vollwartungsvertrag mit dem
Hersteller – denn ohne Versicherungen und Vollwartungsvertrag gibt es keine Kreditvergabe
durch finanzierende Banken.
Die jährliche Deckungssumme der Haftpflichtversicherung beträgt in der Regel fünf Millionen Euro pro
Windrad. Die Betreiberhaftpflicht deckt alle Schäden von Dritten ab. Niemand bleibt im
unwahrscheinlichen Fall eines Schadens auf diesem sitzen. Die
Maschinenbetriebsunterbrechungsversicherung sichert die Windenergie-Anlage gegen Schäden ab (z.B.
gegen Blitzschlag, Hagel etc.).
Entstehen während der Laufzeit am Windrad selbst Schäden durch Verschleißerscheinungen,
beispielsweise am Getriebe, so sind diese immer durch einen Vollwartungsvertrag abgedeckt. Dieser
wird zwischen Betreiber und Anlagenhersteller über die Dauer von 20 Jahren abgeschlossen und
beinhaltet regelmäßige Wartungsintervalle. Zusätzlich werden auftretende Schäden vom
Windradhersteller behoben. Sind längere Reparaturen notwendig wird der durch die Stillstandszeiten
verursachte Ertragsausfall des Betreibers vom Windradhersteller beglichen. Das eingebrachte
Eigenkapital der Kommanditisten (Bürger) wird in keinem Fall zur Begleichung von Schäden oder
bei Haftungsfällen herangezogen!

Wie laut sind Windenergieanlagen?

Für Windenergieanlagen gibt es klare baurechtliche Vorschriften, die Grenzwerte für die erlaubten Geräuschpegel festlegen und in der "Technischen Anleitung zum Schutz vor Lärm" (TA-Lärm DIN-ISO 9613-2) festgehalten sind. Die zulässige Geräuschbelastung durch Windenergieanlagen liegt zwischen 35 Dezibel in reinen Wohngebieten und 45 Dezibel in Mischgebieten. 35 Dezibel entsprechen in etwa einem menschlichen Flüstern. 45 Dezibel kann man mit üblichen Geräuschen in einer Wohnung vergleichen.

Der Bau von Windenergieanlagen ist an die sehr strengen Anforderungen der TA-Lärm gebunden. In  Gutachten muss nachgewiesen werden, dass diese Anforderungen eingehalten werden (Berechnung nach dem Interimsverfahren). Die Schallgutachten sind unter anderem Grundlage dafür, ob ein Windpark genehmigt werden kann.

Grundsätzlich sind moderne Windenergieanlagen leiser als ihre Vorgänger aus der Pionierzeit der Windenergie. Sie sind besser schallgedämmt und besitzen schalltechnisch optimierte Rotorblattformen. Schon in wenigen 100 Metern Entfernung ist das durch die Rotorblätter hervorgerufene gleichmäßige Rauschen kaum noch wahrnehmbar. Zudem überlagern Umgebungsgeräusche – Bäume und Büsche, Straßenlärm und andere Alltagsgeräusche – die Geräuschentwicklung von Windenergieanlagen erheblich.

Durch fortwährende Forschung und Entwicklung arbeiten die Anlagenhersteller daran, die Schallemissionen, also die Lautstärke der Windräder weiter zu minimieren. Dies geschieht vor allem über die Verbesserung der aerodynamischen Eigenschaften der Rotorblätter, etwa durch so genannte serrations. Das sind kleine gezackte Profile an der Flügelhinterkante. Dieses System verringert die Luftverwirbelungen hinter dem Flügel und soll auch vom Hersteller der geplanten Anlagen am Sauberg verwendet werden.

Weiterführende Infos:

http://www.regierung-mv.de/Landesregierung/em/Energie/Wind/Fragen-und-Antworten/
Vortrag Nr.2: Dr. Johannes Pohl: "Welche Geräuschbelastung geht von WEA aus und welche Stresseffekte treten auf?" - Vortrag & Diskussion am 5. Mai 2015
 

Erzeugen Windenergie-Anlagen Infraschall?

Tieffrequente Geräusche und Infraschall (Körperschall) sind bei Windenergieanlagen messtechnisch nachweisbar, aber für den Menschen nicht hörbar. Die Frequenzen bei Infraschall liegen unterhalb der durch das menschliche Ohr wahrnehmbaren Frequenzen von 16 Hz. Der menschliche Hörbereich liegt zwischen 16 Hz – 20.000 Hz. Frequenzen darüber werden als Ultraschall bezeichnet.

Infraschall ist in unserem Alltag gegenwärtig: Natürliche Quellen sind Gewitter, Wasserfälle und Meeresbrandung u.a. Technische Quellen in unserem Alltag sind Straßenverkehr, im Pkw selbst, Flugzeuge, Kühlschränke, Klimaanlagen, Industriearbeitsplätze etc.

Durch die gesetzlichen Abstände zwischen Windrädern und Wohnbebauung bleibt der von den Anlagen erzeugte Infraschall deutlich unter der Hör- und Wahrnehmungsschwelle des Menschen. Mehrere Studien, unter anderem Langzeitstudien der Landesämter für Gesundheit Bayern und Baden-Württemberg belegen, dass keine gesundheitlichen Belastungen zu erwarten sind.

Vollkommen freiwillig setzen wir uns hingegen wesentlich höheren Infraschallwerten aus, und das oftmals tagtäglich: Die Messwerte im Innenraum eines mit 130 km/h fahrenden Mittelklasse Pkw übersteigen die einer Windenergie-Anlage um ein Vielfaches, wie das Bayreuther Zentrum für Ökologie und Umweltforschung  an der Universität Bayreuth messtechnisch herausfand: „In 300m Abstand ist das Harsdorfer Windrad für eine durchschnittliche Infraschallbelastung von 56.3dB verantwortlich (…). Allein die Rückfahrt (3,5h) [in einem Fahrzeug mit Turbodiesel] hat uns somit genauso viel Infraschallenergie ausgesetzt wie 10 000 Tage (über 27 Jahre!) Aufenthalt in 300m Abstand zum Harsdorfer Windrad.“ 

Das Institut nimmt auch Bezug auf die von Windenergie-Gegnern gerne vorgebrachte Arbeit des Mainzer Professors Vahl als angeblichen Beleg für eine Gesundheitsgefährdung durch Infraschall: „In seinen Versuchen an isolierten Herzmuskelzellen hat Prof. Vahl bei Schalldrücken über 100dB Effekte festgestellt. In einem Poster (ohne Peer-Review) wird ein Infraschallgrenzwert von 80dB diskutiert. Für Windenergieanlagen wäre dieser Grenzwert unproblematisch - für die Autohersteller jedoch eine Katastrophe. Bereits mit 5 Minuten Autobahnfahrt bei moderater Geschwindigkeit liegt die Infraschall-Tagesbelastung bei 80.4 dB.“

Auch eine finnische Langzeitstudie  zu den Gesundheitsauswirkungen von Infraschall durch Windenergieanlagen, die Anfang des Jahres veröffentlicht wurde, konnte keine Hinweise auf eine befürchtete Gesundheitsgefährdung liefern. Die Studie des technischen Forschungszentrums Finnland (VTT), dem finnischen Institut für Gesundheit und Soziales (THL), der finnischen Arbeitsschutzbehörde (FIOH) und der Universität Helsinki sieht „keine Evidenz für gesundheitliche Auswirkungen des Infraschall von Windenergieanlagen“. 
 

 

Weitere Informationen: 

Studie des Landesgesundheitsamts Bayern

Studie des Landesgesundheitsamts Baden-Württemberg

Faktenpapier des Landes Hessen

http://www.regierung-mv.de/Landesregierung/em/Energie/Wind/Fragen-und-Antworten/

Bayreuther Zentrum für Ökologie und Umwelforschung

Vortrag Nr.7: Prof. Dr. Caroline Herr: "Macht Infraschall krank?" Vortrag & Diskussion am 4. November 2015

Welchen Einfluss haben Windenergieanlagen auf den Lebensraum von Vögeln?

Windenergieanlagen stellen eine weitaus geringere Gefahr für Vögel und Fledermäuse dar, als dies oft behauptet wird. Bei diversen Vogelarten wurden vereinzelt sogar verstärkte Brutaktivitäten in der Nähe von Windenergieanlagen festgestellt (P. Hauff (2009):Zur Geschichte des Seeadlers Haliaeetus albicilla in Deutschland, Linz/Austria). So stieg seit 1990 beispielsweise parallel zum Ausbau der Windenergie an Land die Seeadlerpopulation deutlich an, und das insbesondere innerhalb Niedersachsens, Schleswig-Holsteins und Brandenburgs – den Bundesländern mit den meisten Windenergieanlagen.

Bei der Wahl von Standorten für Windenergieanlagen werden bedeutende Schutz- und Rastgebiete von Vögeln berücksichtigt. Das garantieren mehrmonatige naturschutzrechtliche Untersuchungen. Diese beeinhalten zum Beispiel auch die Analyse der Raumnutzung sowie die Flugbewegungen der am Standort vorkommenden windkraftsensiblen Arten. Im Genehmigungsverfahren für Windparks müssen diese Fachgutachten eingereicht und von den zuständigen Naturschutzbehörden intensiv geprüft werden.

Grundsätzlich wird bei jeder Standortplanung geprüft, ob windkraftrelevante Tierlarten, wie Zug- und Brutvögel, Fledermäuse, Wildkatzen und Haselmäuse, vorkommen. Dabei wird sowohl Bezug genommen auf vorhandene Verbreitungs- und Artvorkommensdaten der Fachbehörden als auch auf die leitfadenkonforme Kartierungen und Gutachten.

Kommt das Gutachten zu dem Schluss, dass erhebliche Beeinträchtigung z. B. für brütende oder ziehende Vögel besteht, werden die Windenergieanlagen nicht genehmigt oder sie müssen, wenn dies möglich ist zum Beispiel zeitweise abgeschaltet werden. Die Praxis zeigt, dass die Kollisionsgefahr sehr gering ist. Die Rotoren der heute gebauten Anlagen drehen sich zudem weit langsamer und meist über den üblichen Flughöhen von Brutvögeln. Zugvogelarten halten meist mehr Abstand zu den Windrädern, werden jedoch nicht vertrieben.

Was ist der sogenannte Schattenwurf?

Abhängig von Wetterbedingungen, Windrichtung, Sonnenstand und Betrieb kann eine Windenergieanlage mit ihren rotierenden Flügeln einen bewegten Schatten werfen. Bei den Berechnungen des Schattenwurfs wird unterschieden zwischen der theoretisch maximal möglichen Einwirkzeit – wobei stets Sonnenschein, eine bestimmte Windrichtung und ein drehender Rotor vorausgesetzt werden – und der realen Einwirkzeit unter örtlich tatsächlichen Wetterbedingungen.

Die Schattenwurfdauer darf nach gesetzlichen Vorgaben 30 Minuten täglich und 8 Stunden im Jahr nicht überschreiten. Im Genehmigungsverfahren ist durch Gutachten nachzuweisen, dass keine unzulässigen Schattenbelästigungen auftreten. Überschreitungen werden mit einem speziellen Sensor und durch eine Abschaltautomatik vermieden.

Quelle: Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg

Beeinträchtigen die Anlagen den Tourismus vor Ort?

Kritiker befürchten, dass Windenergieanlagen durch den Eingriff in das Landschaftsbild zu abnehmenden Besucher- und Einwohnerzahlen führen oder sogar den Tourismus negativ beeinträchtigen würden. 

Umfragen zeigen jedoch, dass Windenergieanlagen auch ein positives Image haben und zu einem sinnvollen Tourismus beitragen können. Sie stehen für Innovation, Zukunftsorientierung, Nachhaltigkeit und ökologischen Fortschritt. Inzwischen werden sogar Windparks aktiv in Tourismuskonzepte eingebunden (neue energie (09/2014): Das Ziel heisst: Erneuerbar. Tourismus und Windkraft sind kein Gegensatz, J.-R. Zimmermann, Berlin 2014, S. 29 ). Ob Windenergieanlagen positiv oder negativ gesehen werden, hängt vor allem von den zu Grunde liegenden Wertvorstellungen der jeweiligen Touristen ab.  Befürworter von Windenergieanlagen nennen als Argumente den Umweltschutz, die Einstellung gegen Atomkraft und den Wunsch nach „sauberem“ Strom. Andere wiederum verweisen vor allem auf die Optik, die Kosten und den Naturschutz.

Weitere Informationen: Studie aus Schleswig-Holstein zum Einfluss der Windenergie auf den Tourismus

Wie lange dauert es, bis eine Windenergieanlage den Strom produziert hat, der für ihre Produktion benötigt wurde?

Schon nach drei bis sieben Monaten hat eine Windenergieanlage den Strom produziert, der für ihre Herstellung benötigt wurde. Während ihrer Laufzeit von 20 Jahren erzeugt sie gut 40 bis 70 Mal so viel Energie, wie für ihre Herstellung, Nutzung und Entsorgung eingesetzt wird. Rechnet man die Wiederverwertung der Materialien in die Ökobilanz mit ein, erzeugt eine Anlage sogar bis zu 90 Mal mehr Energie. Keine andere Anlage zur Stromerzeugung hat sich bereits nach so kurzer Zeit energetisch amortisiert.

Weitere Information zum Thema finden Sie hier.

Lassen Windenergieanlagen die Immobilienpreise sinken?

Windenergieanlagen haben nachweislich keine negativen Preiseffekte auf Immobilien. In strukturschwachen Regionen schaffen sie sogar Werte.

Bei der Errichtung von Windenergieanlagen werden gesetzliche Immissionswerte und Mindestabstände berücksichtigt, wodurch eine Minderung der Wohn- und Wertqualität der Umgebung verhindert wird. Der Wert einer Immobilie hängt vielmehr von einer ganzen Reihe von Faktoren ab, grundlegend von Angebot und Nachfrage. Das bestätigt auch ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts, in dem darauf verwiesen wird, dass die konkrete Stärke einer Emissionsquelle nur einer unter vielen Faktoren ist, welcher die Belastung eines Schutzobjekts  bestimmt.
Nach Einschätzung der EBZ Business School in Bochum ist ein negativer Einfluss von Windenergieanlagen auf die Entwicklung von Immobilienpreisen nicht belegbar. Betrachtet man den Zuzug von Arbeitskräften in den ländlichen Raum sowie die regionale Wertschöpfung durch den Ausbau der Windenergie, so kann vielmehr unterstellt werden, dass diese insbesondere in strukturschwachen Regionen eher positiv auf die Entwicklung der Immobilienpreise wirkt.

Weitere Informationen:

Urteil des Bundesverwaltungsgerichts

Studie der EBZ Business School

http://www.regierung-mv.de/Landesregierung/em/Energie/Wind/Fragen-und-Antworten/
Vortrag Nr.5: Prof. Dr. Günter Vornholz: "Schaden Windenergieanlagen den Immobilienpreisen?"
Vortrag & Diskussion am 15. September 2015

 

Welche Dimensionen haben Fundament, Turm und Roter einer modernen Windkraftanlage?

Volumen und Gewicht eines Windrades (Beispiel: Enercon E-141):

  • Volumen Fundament: ca. 1.200 m3
  • Gewicht Turm: ca. 2.000 t
  • Gewicht Gondel und Rotorblätter: ca. 550 t
  • Länge Rotorblatt: ca. 70 m
  • Außendurchmesser: da 23,00 m
  • Fundamenthöhe: hges 3,70 m
Gibt es Maßnahmen für einen ökologischen Ausgleich?

Grundsätzlich gilt: Nicht überall wo Windräder technisch realisierbar wären, werden sie auch gebaut. Denn der Eingriff in den Forst und in die Natur muss stets mit Augenmaß und so gering wie möglich ausfallen. Daher werden bereits in der Frühphase eines Windenergie-Projektes vorgeschädigte Bereiche eines Wirtschaftswaldes, Windwurf- und Sukzessionsflächen sowie ökologisch weniger wertvolle Bereiche gemeinsam mit den Forstbetrieben identifiziert und in der Standortplanung berücksichtigt. Zudem wird geprüft, inwiefern bestehende Infrastruktur – Waldwege, Rückegassen, etc. – in den Windpark integriert werden kann. Die Planungsgrundsätze lauten daher: Vermeiden, Reduzieren, Kompensieren.

Generell ist der Flächenverbrauch einer modernen Windenergie-Anlage gering. In Abhängigkeit vom Anlagentyp und der Standortbeschaffenheit beträgt dieser bei einer typischen Drei-Megawatt-Anlage, wie sie derzeit geplant und gebaut wird, zwischen 0,5 und einem Hektar, wobei nur ein Teil dieser Fläche für den Betriebszeitraum von 20 Jahren tatsächlich baumfrei gehalten wird. Temporär genutzte Bereiche, wie zum Beispiel Lagerflächen, werden nach Abschluss der Bauphase wieder aufgeforstet und die Freifläche um das Fundament und die Kranstellfläche können mit Schotterrasen begrünt werden.

Schon bei der Planung eines Windparks werden Maßnahmen vorgesehen, um den Eingriff in die Natur bei der Errichtung der Windenergie-Anlagen gering zu halten. So werden beispielsweise ökologisch weniger wertvolle Fichtenwälder bevorzugt, um den Bestand an wertvollen alten Laubbäumen (Eiche, Buche, etc.) zu schützen.

Je nach Standort  werden mit der Naturschutzbehörde Maßnahmen abgestimmt, um dem Arten- und Naturschutz Rechnung zu tragen. So werden etwa für den Bau des Windparks genutze Waldflächen nach Abschluss der Bauphase wieder in Waldwiesen und abgestufte Waldränder umgewandelt oder unter ökologischen Gesichtspunkten aufgeforstet. Eine weitere Ausgleichsmaßnahme ist die Sicherung von Altholz als Fledermaushbitat und die damit verbundene Schaffung neuer Lebensräume für Wildtier.

Weitere Informationen:

Hintergrundpapier des BWE zu Naturschutz und Ausgleichsmaßnahmen

Nutzen Windenergie-Anlagen Seltene Erden?

Seltene Erden, ohne die die Herstellung von Smartphones, Flachbildschirmen und Laptops undenkbar wäre, werden unter anderem auch zur Produktion von Autos, Flugzeugen und Windenergie-anlagen verwendet. Permanentmagneten, die in vielen Elektromotoren zum Einsatz kommen, benötigen Seltene Erden wie zum Beispiel Neodym. Magnete auf dieser Basis sind um ein vielfaches leistungsfähiger als herkömmliche Eisenmagnete. 

Ist der Rückbau der Anlagen gesichert?

Ja. Der vollständige Rückbau ist Teil der Genehmigung. Er wird über eine hinterlegte Bankbürgschaft vor Baubeginn abgesichert. Die Höhe der Bürgschaft ist landesspezifisch geregelt und wird von der Genehmigungsbehörde festgesetzt.

Die Bürgschaft sichert den Rückbau im Falle einer Insolvenz des Betreibers ab. Dieser Fall tritt sehr selten ein, da die finanzierenden Banken üblicherweise ein sehr hohes Interesse am Weiterbetrieb der Anlagen haben, schließlich ist der Großteil von den Banken finanziert.

Heutzutage haben Windenergie-Anlagen nach Betriebsende meist noch einen so hohen Restwert (Weiterbetrieb im Ausland), dass die Bürgschaft, selbst im Falle einer Insolvenz, nicht zwangsläufig fällig wird.

juwi sichert zu, die Windräder nach der Betriebsphase zurückzubauen. Dazu gehören neben den Windenergie-Anlagen auch die Fundamente, die Kabel und die Wege. Letztere bleiben nach Abstimmung mit Behörden und Grundstückseigentümer oftmals bestehen und können weiter genutzt werden.
 

Sind Windräder für den Rückgang der Insektenpopulation verantwortlich?

"Es wäre völlig an den Haaren herbeigezogen, eine nennenswerte Gefährdung von Insektenpopulationen durch Windräder abzuleiten", sagt Lars Lachmann vom Nabu. Allein in deutschen Wäldern würden jährlich 400.000 Tonnen Insekten von Vögeln gefressen. 

Zwar fliegen Insekten in den warmen Monaten und in Zeiten der Migration zu neuen Brut- und Nahrungsplätzen auch in größeren Höhen. Die meiste Zeit halten sie sich aber in bodennahen Regionen auf - und damit unterhalb der Rotoren von Windenergieanlagen. Es zeigt sich zudem, dass der Insektenrückgang eine weltweit feststellbare Entwicklung ist, auch in Regionen in denen keine oder kaum Windräder stehen. Ein Gefahrenzusammenhang zwischen Windrädern und Insektenschwund wird daher häufig überschätzt. Als größten Treiber des Insektenschwundes identifizierten Forscher stattdessen den Verlust des Lebensraumes durch die intensive Landwirtschaft und das Ausbringen von Pestiziden

Quellen: 

Bundesamt für Naturschutz (2019): Insektenrückgang – potenzieller Einfluss der Windenergienutzung in Deutschland?

Warum werden Windräder in Wäldern aufgestellt? Schließlich ist der Wald ein wichtiger CO2-Speicher.

Die CO2-Vermeidung durch klimafreundliche Stromproduktion überwiegt die Speicherfunktion der Bäume um ein Vielfaches!
Schauen wir auf die Fakten. Gemäß den Angaben der Bayerischen Staatsforsten bindet der Bayerische Staatswald im Durchschnitt knapp elf Tonnen CO2 pro Hektar und Jahr. Jedes der geplanten zehn Windräder benötigt temporär 1,5 ha Platz. Folglich müssen vor Baubeginn ca. 15 ha Forst gerodet werden. Nach Abschluss der Arbeiten wird diese temporär baumfreie Fläche mindestens in gleichem Umfang mit klimaresistenten Baumarten wieder aufgeforstet, so dass dem Forst in Summe keine Fläche verloren geht!

Aber lassen Sie uns mit diesen Zahlen weiterrechnen. Für den geplanten Windpark Ettelried bedeutet dies, dass anfänglich circa 165 Tonnen CO2 pro Jahr nicht mehr gebunden werden können, weil in den ersten Jahren die großen Bäume als Speichermedium fehlen.

Werfen wir nun einen Blick auf die CO2-Emissionen, die bei der Produktion des aktuellen deutschen Strommix entstehen. Das Umweltbundesamt beziffert die Emissionen für das Jahr 2019 auf 401 Gramm CO2 pro Kilowattstunde. Der Stromversorger E.on nennt gar 421 Gramm CO2 für die Erzeugung einer einzigen Kilowattstunde Strom. Rechnen wir der Einfachheit halber mit einem Mittelwert von 410 Gramm CO2 pro Kilowattstunde. 

Der Windpark Ettelried wird nach aktueller Planung jedes Jahr 110 Millionen Kilowattstunden sauberen Strom erzeugen. Damit vermeidet der Windpark den Ausstoß von 45.100 Tonnen CO2. Und das Jahr für Jahr - für die kommenden (mindestens) 20 Jahre. 

Zusammengefasst: Der Windpark Ettelried verhindert pro Jahr den Ausstoß von 45.100 Tonnen CO2 auf Kosten von 165 Tonnen CO2-fehlender Speicherfähigkeit durch gefällte Bäume. Das ist ein Gewinn von 273 zu 1 für den Klimaschutz!
 

Quellen:

Bayerische Staatsforsten

Umweltbundesamt

E.on

 

 

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